Luftdruck – absolut oder relativ gemessen

Spätestens sobald man mit einem Sensor den lokalen Luftdruck ermittelt, stellt sich einem die Frage was man hier messen sollte, bzw. welcher Wert der Interessante ist. Mein gemessener Druck unterschied sich von den Werten einer „echten“ Wetterstation, aber warum? Also diejenigen unter euch, die etwas unter die Wetterfrösche gehen, sollte hier mal kurz weiter lesen.

Luftdruck absolut

Der absolute Luftdruck, ist der tatsächlich gemessene Luftdruck des Sensors, an seiner aktuellen Position. Mit diesem Wert ist aber ein Vergleich mit anderen Stationen nicht möglich, denn der Druck ändert sich näherungsweise um 1 hPa pro 8 Meter Höhenunterschied bis 880 Meter Höhe. Darüber sind es 11 hPa. Im Tal werden z.B. 1000hPa gemessen und 800 Meter weiter oben auf dem Berg sind es 900 hPa. Damit man Vergleichbare Werte hat, wird der relative Druck verwendet. Wenn ihr euren Wert nur für euch betrachten wollt, dann reicht euch der absolute Wert. Auch mit absoluten Werten könnt ihr schön den Verlauf beobachten.

Luftdruck relativ

Der relative Luftdruck ist der Druck bezogen auf Normalnull, also Meereshöhe, der von allen Wetterstationen angegeben wird. Um diesen Wert zu erhalten, könnt ihr einfach eure Aktuelle Höhe durch 8 teilen und erhalten den Betrag um den ihr euren Luftdruck anpassen müsst. Solltet Ihr also einen Sensor auf 56 Meter Höhe betreiben, dann ist der relative Luftdruck um 7 hPa höher als der angezeigte absolute Druck. Ihr könnt aber auch einfach euren Wert an den Wert einer nahe gelegenen Wetterstation anpassen. Dadurch minimiert ihr auch evtl. Messfehler eures Sensors. Es gibt auch die Möglichkeit dieses zu berechnen, aber darauf habe ich verzichtet. Das beschriebene Verfahren ist hinreichend genau und ermöglicht den Vergleich der Messwerte mit anderen Station, da auch hier der relative Druck angegeben wird.

Damit habe ich hoffentlich etwas Licht ins Dunkel gebracht und ihr erhaltet nun vergleichbare Daten.

  Gefällt mir

8 Gedanken zu „Luftdruck – absolut oder relativ gemessen“

  1. Sehr geehrter Herr Björn.
    Zunächst einmal Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben, um das Verhältnis zwischen absolutem und relativem Luftdruck allgemeinverständlich darzustellen. Leider ist meiner bescheidenen Meinung nach die Wortwahl im *entscheidenden* Satz zum relativen Luftdruck ziemlich unglücklich, woraus sich Fehlinterpretationen ergeben könnten. Eindeutiger und korrekter wäre die Aussage: „Solltet Ihr also einen Sensor auf 56 Meter Höhe betreiben, dann ist der relative Luftdruck um 7 hPa höher als der angezeigte absolute Druck.“ Ja, mir ist bewusst, dass man die Frage der Wortwahl „Pfennigfuchserei“ nennen kann. Jedoch verdient meiner Meinung nach der kurze, knappe und klare Absatz 1 zum absoluten Luftdruck einen ebenso klaren zweiten Absatz zum relativen Druck.
    mfG
    mj

    Antworten
  2. Sehr geehrter H. Björn,

    mit einer Billig-Wetterstation (außen Funksender und innen Display) erhalte ich regelmäßig deutlich niedrigere Luftdrücke, als die, Semiprofessionelle veröffentlichen. Beispiel : eine Davis Vantage eines privaten Anwenders im Stadtgebiet auf 290 m sagt 1.005,9 hPa; meine Primitiv-Anlage auf 206 m ü NN jedoch nur 981hPa, was in der Nähe der barom. Höhenformel liegt. Richtig wäre aber bei einem Höhenunterschied von 84 m ein Wert von etwa 1.016 hPa, oder ?
    Mögen Sie mir einen Tip geben, wo ich ggf. vom Verständnis her „falsch abgebogen“ oder wie ich die anzeigten Drücke korrigieren muß ?

    Antworten
    • Hallo,

      ich helfe gerne beim Abbiegen, denn wir müssen ins Tal und nicht auf den Berg.
      Die Davis scheint den relative Luftdruck auszugeben, also den Druck auf Normalnull.
      Einfach die 206m Stationshöhe durch 8 teilen. Daraus ergibt sich ein Korrekturwert von 25,75, dar hinzugerechnet werden muss.
      Somit wäre die Station bei 1006.75 hPa, was kein großer unterschied mehr zu den 1005,9 der Davis ist und hinreichend genau ist.

      Grüße,
      Björn Amann

      Antworten
      • Sehr geehrter H. Amann, vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. Lassen Sie mir bitte ein paar Tage, um Ihre Konstante +25,75 hPa mit den Meßwerten der Profis in 290 m und weiteren Davis-Stationen verschiedenener Höhen im Stadtgebiet abzugleichen oder „welchen Druck, muß ich hier einsetzen“, um mein eigentlichens Ziel ( mit dem ich Sie gar nicht belästigen nöchte ) zu erreichen ? Das sind die stark schwankenden Verdunstungsraten meines Teiches, die sich mit dem Wettergeschehen so bislang nicht erklären lassen, „auf die Schliche zu kommen“. Sollten Sie ein Mal über den Tellerrand der Meteorologie schauen wollen, finden Sie eine gute Anleitung zur Verdundstung von H. Prof. Francisco Villabos, Universität Cordoba, Spanien unter https://www.youtube.com/watch?v=31C3EMkdbAk und bei fvillalobos@uco.es dann auch das Tabellenblatt sebst. Mit H. Villlobos bin ich seit Monaten in Kontakt; ein sehr hilfsbereiter Mann.
        Beste Grüße, Klaus Reich

        Antworten
        • Hallo Herr Reich,

          um die Werte mit anderen Stationen zu vergleichen, sollte Sie den relativen Druck nehmen, also den korrigierten Wert.
          Bei Ihrem anderen Problem wäre ich Ihnen leider keine Hilfe, ich habe ja nicht mal einen Garten 🙂
          Vom Bauchgefühl her wäre hier der absolut gemessene Wert, also was die Station selber anzeigt und vor Ort auch der tatsächliche Druck ist, für Ihre Betrachtung heranzuziehen. Aber wie gesagt, das ist nur meine subjektive Sicht, ohne wirkliche Ahnung der Materie.

          Grüße,
          Björn Amann

          Antworten
          • Sehr geehrter H. Amann,

            danke, Ihre Korrektur um 25,75 hPa für 206 m ü NN paßt recht gut ! Was ich jedoch immer noch nicht verstanden habe ist :
            woher „weiß“ meine Einfach-Station (Fanju FJ3373) den Druck auf Meereshöhe ? Dieser wird lt. Fanju vom Außensensor, aufgestellt auf 206 m, gemessen.
            warum liegen die abgesicherten/exakten Werte von zwei Davis, eine in der Talsohle, Innenstadtklima ca. 155 m, eine auf den Höhen auf 290 m, schon fast ländlich immer so dicht, nämlich um ein ! hPa „beieinander“ und Ihre + 25,75 für 206 sind zudem ein Volltreffer, fast genau zwischen 155 und 290 ? Sollte es nicht vielmehr so sein, daß Ihre 8 hPa je m auch zwischen 155 und 290 gelten ? Was heißt, daß zwischen diesen beiden Höhen der Druck also um mehr 16 hPa differieren sollte.

            Einen schönen Rest-Sonntag, Klaus Reich

          • Der Druck weicht pro 8 Meter um 1 hPa ab, nicht pro Meter um 8 hPa. Ihre Station kennt den Druck nicht auf Meereshöhe, sondern den auf ihrer eigenen Höhe. Man kann aber den Druck korrigieren wenn man die eigene Höhe kennt. Also eigen Höhe durch 8 und diesen Wert auf den gemessenen Druck aufrechnen. Dadurch erhält man den relativen Luftdruck.
            Die Davis Stationen werden auch den relativen Luftdruck angaben und dieser sollte immer sehr dicht beieinander liegen. Wenn man den absoluten vergleichen würde, wäre die Messwerte weiter auseinander. Wenn z.B die auf 155 Meter 1000 hPa misst, wäre es bei der Station auf 206m ca. 5 hPa weniger als um 994 hPa und für die 290m Station würde ca. 983 hPa anzeigen. Wie Sie selber sagen, der absolute Luftdruck sollte sich zwischen den beiden Station um 16 hPa unterscheiden. Damit aber die Werte vergleichbar sind, werden die Stationen den relativen, also korrigierten, Luftdruck angeben.

            Ich hoffe ich konnte Licht ins Dunkle bringen,
            ansonsten gerne nochmals fragen.
            Grüße,
            Björn Amann

Schreibe einen Kommentar